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Was das Klima-Urteil des IGH in einer turbulenten Weltordnung bedeutet

Bonn, 20. Juli 2026. Ein Jahr nach dem Klimaspruch des Internationalen Gerichtshofs – rechtlich eindeutig, doch politisch umstritten – sollte die Advisory Opinion ein Instrument der internationalen Klimadiplomatie sein, nicht deren Ersatz.

Am 23. Juli 2025 legte der Internationale Gerichtshof (IGH) ein bemerkenswertes Gutachten zu den „Verpflichtungen der Staaten hinsichtlich des Klimawandels“ ab. In dieser sogenannten Advisory Opinion (AO) stellte das oberste Weltgericht fest, dass Staaten ihr Möglichstes tun müssen, um das Klimasystem zu schützen, unter anderem durch internationale Zusammenarbeit und Regulierung privater Akteure, die Treibhausgasemissionen verursachen – unabhängig davon, ob sie Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention UNFCCC und des Pariser Abkommens sind. Die Autorität der AO wurde am 20. Mai 2026 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung (UNGA) noch zusätzlich unterstrichen.

Dennoch reicht der Einfluss der AO bislang kaum über die Kreise von Jurist*innen und Klimaaktivist*innen hinaus, zumal Klimapolitik gegenwärtig vielerorts zurückgedrängt wird. Das ist kurzsichtig. Multilaterale Institutionen sind umso mehr gefragt, wenn globale Zusammenarbeit von geopolitischen Faktoren überlagert wird. Für die Bewältigung des Klimawandels bleibt internationale Zusammenarbeit unabdingbar. Die klare Stellungnahme des IGH sollte dem Nachdruck verleihen und internationale Klimakooperation stärken, auch wenn sie rechtlich nicht bindend ist.

Da die Reaktionen auf das Gutachten weltweit unterschiedlich ausfallen, ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Dies gilt besonders entlang der Nord-Süd-Konfliktlinie, die die internationale Klimapolitik prägt. Viele Industrieländer begrüßten vor allem, dass der IGH die Notwendigkeit zur Ambitionssteigerung im globalen Klimaschutz betont und die Sorgfaltspflicht stärkt. Viele Entwicklungsländer bewerteten die AO vor einem breiteren Hintergrund, der Entwicklung, Gerechtigkeit und historische Verantwortung umfasst. So stellte sich für viele afrikanische Staaten nie die Frage, ob Klimaschutzmaßnahmen notwendig sind, sondern wie sie mit Industrialisierung und Armutsbekämpfung vereinbar sind. Eine binäre Gegenüberstellung von klimapolitischen Vorreitern und Nachzüglern wird dem nicht gerecht.

Die Stellungnahmen einzelner IGH-Richter spiegeln dieses Spannungsfeld wider. So argumentierten einige, der Gerichtshof habe eine historische Chance verpasst, indem er abstrakten rechtlichen Grundsätzen den Vorrang vor der eigentlichen Kernfrage eingeräumt habe: Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich für Staaten, deren Handlungen überproportional zum Klimawandel beigetragen haben, und für kleine Inselstaaten und am wenigsten entwickelte Länder, die den schwersten Schaden erleiden? Andere Richter vertraten die Auffassung, das Gericht habe sich unzureichend mit dem Grundsatz der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten (CBDR-RC) auseinandergesetzt und diesen weitgehend als Gerechtigkeitsfrage behandelt, statt konkrete Maßnahmen wie Schuldenerlass, Technologietransfer oder Klimareparationen zu erwägen. Dies ist wichtig, weil Klimapolitik eng mit Handels- und Finanzfragen verzahnt ist, die den souveränen Gestaltungsspielraum der Entwicklungsländer einschränken können. Kritische Stimmen warnen daher vor einer Abkehr vom CBDR-RC-Prinzip hin zu einer „gemeinsamen, aber verlagerten Verantwortung“, deren Last primär denjenigen aufgebürdet wird, die am wenigsten verantwortlich sind.

Ungeachtet dieser Differenzen betont das Gericht in bemerkenswertem und eindeutigem Konsens die Verpflichtung zum Klimaschutz. Die unterschiedlichen Sichtweisen spiegeln politische Fragen der Umsetzung wider, die nach wie vor umstritten sind. Hierin zeigt sich auch, dass Entwicklungsländer nicht mehr nur Gegenstand des Klimavölkerrechts sind, sondern dieses zunehmend mitgestalten. Eine Kampagne von Jugendlichen aus dem Pazifikraum und die diplomatische Initiative Vanuatus brachten das IGH-Verfahren in Gang; afrikanische, pazifische und lateinamerikanische Staaten prägten dessen Verlauf sowie die entstehende Rechtslandschaft zu Klimastreitsachen. In einer sich verändernden globalen Ordnung dürfte diese Gestaltungsmacht absehbar weiter zunehmen.

Für die Praxis internationaler Klimakooperation bedeutet dies, dass das IGH-Gutachten nicht als Ersatz für Klimadiplomatie, sondern als wegweisende Ergänzung ihres Instrumentariums verstanden werden sollte: Rechtsprechung und Diplomatie wirken besser als sinnvolle Ergänzungen denn als konkurrierende Alternativen. Je klarer das Recht, desto dringlicher fällt die anspruchsvollere Aufgabe der politischen Umsetzung den Staaten selbst zu.

Drei Schritte könnten dabei helfen. Erstens sollten die Industrieländer die Sondervoten der Richter ebenso ernst nehmen wie das Haupturteil. Das heißt, die berechtigten Bedenken der Entwicklungsländer als legitim statt als hinderlich zu betrachten. Zweitens sollten die Regierungen die Botschaften des IGH nutzen, um die internationale Klimadiplomatie zu beleben und Klimakooperation voranzutreiben. Drittens sollte die neu ins Leben gerufene Nord-Süd-Kommission unter dem Ko-Vorsitz des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz und der ehemaligen costa-ricanischen Präsidentin Laura Chinchilla sich dezidiert der AO annehmen. Dann könnte die hochrangige Kommission dazu beitragen, diese zu einem Instrument des Nord-Süd-Dialogs zu machen und ein Gegengewicht zu einem geopolitischen Diskurs schaffen, der Klimapolitik in den Hintergrund drückt. Wird das IGH-Gutachten also ganzheitlich betrachtet und ernst genommen, kann es zu einem Impulsgeber werden. Allerdings nur, wenn Staaten und Regierungen, nicht nur Richter, sich dies trotz machtpolitischer Widerstände zu eigen machen.

Steffen Bauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung „Umwelt-Governance“ des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).

Kennedy Mbeva ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for the Study of Existential Risk (CSER) der University of Cambridge und Mitvorsitzender der Taskforce „Climate Governance“ des internationalen Earth System Governance (ESG)-Projekts. Er ist Hauptautor des Buches „Africa’s Right to Development in a Climate-Constrained World“.

Reuben Makomere ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der juristischen Fakultät der University of Tasmania (UTAS) in Hobart, Australien, und assoziierter Forscher am Centre for the Study of Existential Risk (CSER) der University of Cambridge. Er ist Mitautor des Buches „Africa’s Right to Development in a Climate-Constrained World“.

Was das Klima-Urteil des IGH in einer turbulenten Weltordnung bedeutet

Bonn, 20. Juli 2026. Ein Jahr nach dem Klimaspruch des Internationalen Gerichtshofs – rechtlich eindeutig, doch politisch umstritten – sollte die Advisory Opinion ein Instrument der internationalen Klimadiplomatie sein, nicht deren Ersatz.

Am 23. Juli 2025 legte der Internationale Gerichtshof (IGH) ein bemerkenswertes Gutachten zu den „Verpflichtungen der Staaten hinsichtlich des Klimawandels“ ab. In dieser sogenannten Advisory Opinion (AO) stellte das oberste Weltgericht fest, dass Staaten ihr Möglichstes tun müssen, um das Klimasystem zu schützen, unter anderem durch internationale Zusammenarbeit und Regulierung privater Akteure, die Treibhausgasemissionen verursachen – unabhängig davon, ob sie Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention UNFCCC und des Pariser Abkommens sind. Die Autorität der AO wurde am 20. Mai 2026 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung (UNGA) noch zusätzlich unterstrichen.

Dennoch reicht der Einfluss der AO bislang kaum über die Kreise von Jurist*innen und Klimaaktivist*innen hinaus, zumal Klimapolitik gegenwärtig vielerorts zurückgedrängt wird. Das ist kurzsichtig. Multilaterale Institutionen sind umso mehr gefragt, wenn globale Zusammenarbeit von geopolitischen Faktoren überlagert wird. Für die Bewältigung des Klimawandels bleibt internationale Zusammenarbeit unabdingbar. Die klare Stellungnahme des IGH sollte dem Nachdruck verleihen und internationale Klimakooperation stärken, auch wenn sie rechtlich nicht bindend ist.

Da die Reaktionen auf das Gutachten weltweit unterschiedlich ausfallen, ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Dies gilt besonders entlang der Nord-Süd-Konfliktlinie, die die internationale Klimapolitik prägt. Viele Industrieländer begrüßten vor allem, dass der IGH die Notwendigkeit zur Ambitionssteigerung im globalen Klimaschutz betont und die Sorgfaltspflicht stärkt. Viele Entwicklungsländer bewerteten die AO vor einem breiteren Hintergrund, der Entwicklung, Gerechtigkeit und historische Verantwortung umfasst. So stellte sich für viele afrikanische Staaten nie die Frage, ob Klimaschutzmaßnahmen notwendig sind, sondern wie sie mit Industrialisierung und Armutsbekämpfung vereinbar sind. Eine binäre Gegenüberstellung von klimapolitischen Vorreitern und Nachzüglern wird dem nicht gerecht.

Die Stellungnahmen einzelner IGH-Richter spiegeln dieses Spannungsfeld wider. So argumentierten einige, der Gerichtshof habe eine historische Chance verpasst, indem er abstrakten rechtlichen Grundsätzen den Vorrang vor der eigentlichen Kernfrage eingeräumt habe: Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich für Staaten, deren Handlungen überproportional zum Klimawandel beigetragen haben, und für kleine Inselstaaten und am wenigsten entwickelte Länder, die den schwersten Schaden erleiden? Andere Richter vertraten die Auffassung, das Gericht habe sich unzureichend mit dem Grundsatz der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten (CBDR-RC) auseinandergesetzt und diesen weitgehend als Gerechtigkeitsfrage behandelt, statt konkrete Maßnahmen wie Schuldenerlass, Technologietransfer oder Klimareparationen zu erwägen. Dies ist wichtig, weil Klimapolitik eng mit Handels- und Finanzfragen verzahnt ist, die den souveränen Gestaltungsspielraum der Entwicklungsländer einschränken können. Kritische Stimmen warnen daher vor einer Abkehr vom CBDR-RC-Prinzip hin zu einer „gemeinsamen, aber verlagerten Verantwortung“, deren Last primär denjenigen aufgebürdet wird, die am wenigsten verantwortlich sind.

Ungeachtet dieser Differenzen betont das Gericht in bemerkenswertem und eindeutigem Konsens die Verpflichtung zum Klimaschutz. Die unterschiedlichen Sichtweisen spiegeln politische Fragen der Umsetzung wider, die nach wie vor umstritten sind. Hierin zeigt sich auch, dass Entwicklungsländer nicht mehr nur Gegenstand des Klimavölkerrechts sind, sondern dieses zunehmend mitgestalten. Eine Kampagne von Jugendlichen aus dem Pazifikraum und die diplomatische Initiative Vanuatus brachten das IGH-Verfahren in Gang; afrikanische, pazifische und lateinamerikanische Staaten prägten dessen Verlauf sowie die entstehende Rechtslandschaft zu Klimastreitsachen. In einer sich verändernden globalen Ordnung dürfte diese Gestaltungsmacht absehbar weiter zunehmen.

Für die Praxis internationaler Klimakooperation bedeutet dies, dass das IGH-Gutachten nicht als Ersatz für Klimadiplomatie, sondern als wegweisende Ergänzung ihres Instrumentariums verstanden werden sollte: Rechtsprechung und Diplomatie wirken besser als sinnvolle Ergänzungen denn als konkurrierende Alternativen. Je klarer das Recht, desto dringlicher fällt die anspruchsvollere Aufgabe der politischen Umsetzung den Staaten selbst zu.

Drei Schritte könnten dabei helfen. Erstens sollten die Industrieländer die Sondervoten der Richter ebenso ernst nehmen wie das Haupturteil. Das heißt, die berechtigten Bedenken der Entwicklungsländer als legitim statt als hinderlich zu betrachten. Zweitens sollten die Regierungen die Botschaften des IGH nutzen, um die internationale Klimadiplomatie zu beleben und Klimakooperation voranzutreiben. Drittens sollte die neu ins Leben gerufene Nord-Süd-Kommission unter dem Ko-Vorsitz des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz und der ehemaligen costa-ricanischen Präsidentin Laura Chinchilla sich dezidiert der AO annehmen. Dann könnte die hochrangige Kommission dazu beitragen, diese zu einem Instrument des Nord-Süd-Dialogs zu machen und ein Gegengewicht zu einem geopolitischen Diskurs schaffen, der Klimapolitik in den Hintergrund drückt. Wird das IGH-Gutachten also ganzheitlich betrachtet und ernst genommen, kann es zu einem Impulsgeber werden. Allerdings nur, wenn Staaten und Regierungen, nicht nur Richter, sich dies trotz machtpolitischer Widerstände zu eigen machen.

Steffen Bauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung „Umwelt-Governance“ des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).

Kennedy Mbeva ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for the Study of Existential Risk (CSER) der University of Cambridge und Mitvorsitzender der Taskforce „Climate Governance“ des internationalen Earth System Governance (ESG)-Projekts. Er ist Hauptautor des Buches „Africa’s Right to Development in a Climate-Constrained World“.

Reuben Makomere ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der juristischen Fakultät der University of Tasmania (UTAS) in Hobart, Australien, und assoziierter Forscher am Centre for the Study of Existential Risk (CSER) der University of Cambridge. Er ist Mitautor des Buches „Africa’s Right to Development in a Climate-Constrained World“.

Was das Klima-Urteil des IGH in einer turbulenten Weltordnung bedeutet

Bonn, 20. Juli 2026. Ein Jahr nach dem Klimaspruch des Internationalen Gerichtshofs – rechtlich eindeutig, doch politisch umstritten – sollte die Advisory Opinion ein Instrument der internationalen Klimadiplomatie sein, nicht deren Ersatz.

Am 23. Juli 2025 legte der Internationale Gerichtshof (IGH) ein bemerkenswertes Gutachten zu den „Verpflichtungen der Staaten hinsichtlich des Klimawandels“ ab. In dieser sogenannten Advisory Opinion (AO) stellte das oberste Weltgericht fest, dass Staaten ihr Möglichstes tun müssen, um das Klimasystem zu schützen, unter anderem durch internationale Zusammenarbeit und Regulierung privater Akteure, die Treibhausgasemissionen verursachen – unabhängig davon, ob sie Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention UNFCCC und des Pariser Abkommens sind. Die Autorität der AO wurde am 20. Mai 2026 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung (UNGA) noch zusätzlich unterstrichen.

Dennoch reicht der Einfluss der AO bislang kaum über die Kreise von Jurist*innen und Klimaaktivist*innen hinaus, zumal Klimapolitik gegenwärtig vielerorts zurückgedrängt wird. Das ist kurzsichtig. Multilaterale Institutionen sind umso mehr gefragt, wenn globale Zusammenarbeit von geopolitischen Faktoren überlagert wird. Für die Bewältigung des Klimawandels bleibt internationale Zusammenarbeit unabdingbar. Die klare Stellungnahme des IGH sollte dem Nachdruck verleihen und internationale Klimakooperation stärken, auch wenn sie rechtlich nicht bindend ist.

Da die Reaktionen auf das Gutachten weltweit unterschiedlich ausfallen, ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Dies gilt besonders entlang der Nord-Süd-Konfliktlinie, die die internationale Klimapolitik prägt. Viele Industrieländer begrüßten vor allem, dass der IGH die Notwendigkeit zur Ambitionssteigerung im globalen Klimaschutz betont und die Sorgfaltspflicht stärkt. Viele Entwicklungsländer bewerteten die AO vor einem breiteren Hintergrund, der Entwicklung, Gerechtigkeit und historische Verantwortung umfasst. So stellte sich für viele afrikanische Staaten nie die Frage, ob Klimaschutzmaßnahmen notwendig sind, sondern wie sie mit Industrialisierung und Armutsbekämpfung vereinbar sind. Eine binäre Gegenüberstellung von klimapolitischen Vorreitern und Nachzüglern wird dem nicht gerecht.

Die Stellungnahmen einzelner IGH-Richter spiegeln dieses Spannungsfeld wider. So argumentierten einige, der Gerichtshof habe eine historische Chance verpasst, indem er abstrakten rechtlichen Grundsätzen den Vorrang vor der eigentlichen Kernfrage eingeräumt habe: Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich für Staaten, deren Handlungen überproportional zum Klimawandel beigetragen haben, und für kleine Inselstaaten und am wenigsten entwickelte Länder, die den schwersten Schaden erleiden? Andere Richter vertraten die Auffassung, das Gericht habe sich unzureichend mit dem Grundsatz der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten (CBDR-RC) auseinandergesetzt und diesen weitgehend als Gerechtigkeitsfrage behandelt, statt konkrete Maßnahmen wie Schuldenerlass, Technologietransfer oder Klimareparationen zu erwägen. Dies ist wichtig, weil Klimapolitik eng mit Handels- und Finanzfragen verzahnt ist, die den souveränen Gestaltungsspielraum der Entwicklungsländer einschränken können. Kritische Stimmen warnen daher vor einer Abkehr vom CBDR-RC-Prinzip hin zu einer „gemeinsamen, aber verlagerten Verantwortung“, deren Last primär denjenigen aufgebürdet wird, die am wenigsten verantwortlich sind.

Ungeachtet dieser Differenzen betont das Gericht in bemerkenswertem und eindeutigem Konsens die Verpflichtung zum Klimaschutz. Die unterschiedlichen Sichtweisen spiegeln politische Fragen der Umsetzung wider, die nach wie vor umstritten sind. Hierin zeigt sich auch, dass Entwicklungsländer nicht mehr nur Gegenstand des Klimavölkerrechts sind, sondern dieses zunehmend mitgestalten. Eine Kampagne von Jugendlichen aus dem Pazifikraum und die diplomatische Initiative Vanuatus brachten das IGH-Verfahren in Gang; afrikanische, pazifische und lateinamerikanische Staaten prägten dessen Verlauf sowie die entstehende Rechtslandschaft zu Klimastreitsachen. In einer sich verändernden globalen Ordnung dürfte diese Gestaltungsmacht absehbar weiter zunehmen.

Für die Praxis internationaler Klimakooperation bedeutet dies, dass das IGH-Gutachten nicht als Ersatz für Klimadiplomatie, sondern als wegweisende Ergänzung ihres Instrumentariums verstanden werden sollte: Rechtsprechung und Diplomatie wirken besser als sinnvolle Ergänzungen denn als konkurrierende Alternativen. Je klarer das Recht, desto dringlicher fällt die anspruchsvollere Aufgabe der politischen Umsetzung den Staaten selbst zu.

Drei Schritte könnten dabei helfen. Erstens sollten die Industrieländer die Sondervoten der Richter ebenso ernst nehmen wie das Haupturteil. Das heißt, die berechtigten Bedenken der Entwicklungsländer als legitim statt als hinderlich zu betrachten. Zweitens sollten die Regierungen die Botschaften des IGH nutzen, um die internationale Klimadiplomatie zu beleben und Klimakooperation voranzutreiben. Drittens sollte die neu ins Leben gerufene Nord-Süd-Kommission unter dem Ko-Vorsitz des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz und der ehemaligen costa-ricanischen Präsidentin Laura Chinchilla sich dezidiert der AO annehmen. Dann könnte die hochrangige Kommission dazu beitragen, diese zu einem Instrument des Nord-Süd-Dialogs zu machen und ein Gegengewicht zu einem geopolitischen Diskurs schaffen, der Klimapolitik in den Hintergrund drückt. Wird das IGH-Gutachten also ganzheitlich betrachtet und ernst genommen, kann es zu einem Impulsgeber werden. Allerdings nur, wenn Staaten und Regierungen, nicht nur Richter, sich dies trotz machtpolitischer Widerstände zu eigen machen.

Steffen Bauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung „Umwelt-Governance“ des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).

Kennedy Mbeva ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for the Study of Existential Risk (CSER) der University of Cambridge und Mitvorsitzender der Taskforce „Climate Governance“ des internationalen Earth System Governance (ESG)-Projekts. Er ist Hauptautor des Buches „Africa’s Right to Development in a Climate-Constrained World“.

Reuben Makomere ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der juristischen Fakultät der University of Tasmania (UTAS) in Hobart, Australien, und assoziierter Forscher am Centre for the Study of Existential Risk (CSER) der University of Cambridge. Er ist Mitautor des Buches „Africa’s Right to Development in a Climate-Constrained World“.

Communities vs. Datacentres

Africa - INTER PRESS SERVICE - Mon, 07/20/2026 - 11:51

People collect signatures against the construction of a massive Mitsui Fudosan datacentre in Hino City, Tokyo, 19 April 2026. Credit: Yasushi Wada/The Yomiuri Shimbun via AFP

By Andrew Firmin
LONDON, Jul 20 2026 (IPS)

Few things unite Donald Trump’s most ardent supporters with the Democratic Party’s progressive wing, but datacentres are one of them. Across the USA, communities are joining forces across the political divide to oppose developments few want but governments seem determined to impose.

Michigan residents are among those who’ve come together across party lines to oppose plans for over a dozen datacentres. Polling shows just 28 per cent of the state’s population support the proposals. Local communities are fighting back, and similar struggles are unfolding across the world.

Datacentre impacts

Datacentre construction is booming, driven by AI use, demanding increasing computing power that requires huge amounts of electricity and water for cooling.

A single question to an AI chatbot can use 10 times more energy than a conventional search. Generating an AI image takes around a thousand times more energy than generating text. The International Energy Agency (IEA) projects that datacentre electricity demand will double by 2030.

In Utah, despite thousands of objections, authorities recently approved one of the world’s largest datacentres. It will need more power than the entire state currently uses. The development will construct a gas-fired plant.

AI growth is driving the construction of such gas-powered plants, meaning that more datacentres cause more greenhouse gas emissions. According to the IEA, coal is currently the top energy source for datacentres and over half of all current datacentre power comes from fossil fuels. The agency expects renewables to eventually provide a bigger share of growing needs, but warns that datacentre demand is driving growth for fossil fuel-generated electricity.

Tech companies once pledged to be climate leaders, but that no longer rings true. Google promised to become net zero by 2030, but its greenhouse gas emissions leapt 48 per cent from 2019 to 2023 as it embraced gas-fired electricity for datacentres. In Mumbai, India, two coal plants due to close in 2024 have had their operational life extended to meet demand from Amazon datacentres. Last December, Irish authorities decided that datacentres can keep using fossil fuel electricity for six more years. The UK intends to burn gas to power over 100 planned new datacentres.

Fossil fuel corporations lobby for datacentres almost as hard as tech companies, because they help perpetuate a destructive business model otherwise threatened by the shift to renewables. Fossil fuel corporations were among Donald Trump’s top campaign backers, and they’re benefiting from his administration’s rollback of regulations and ambition to achieve ‘unchallenged global technological dominance’.

Water supplies are coming under greater strain. One large datacentre can use as much daily water as a town of 50,000 people, yet datacentres are being built in some of the world’s driest regions. Amazon plans to open new datacentres in Aragon, Spain, even as the regional government seeks European Union help for drought. Similar concerns surround plans for one of the world’s biggest datacentres in the United Arab Emirates.

Civil society resistance

The struggle against tech companies and their lobbying riches is an unequal one, but civil society is mounting an increasingly credible response.

Climate litigation is an established civil society tactic, and recent research indicates that lawsuits are an emerging response to datacentre developments, with recent examples in Ireland, the UK and the USA. Civil society groups are also filing objections in planning processes, including one recently lodged against a huge proposed datacentre in Cape Town, South Africa.

Legal action by two UK organisations forced the developer of a huge new datacentre in Buckinghamshire to commit to binding environmental impact mitigation measures. Lawsuits are also exposing how datacentre impacts are often understated and inadequately measured. A 2022 case forced Google to publish accurate water consumption figures for an Oregon datacentre.

Protests and campaigning are bringing successes. In 2023, protests driven by a recent drought forced Google to change plans for a datacentre to reduce water use in Uruguay. Similar protests in Chile caused Google to pause its plans. As of last year, public pressure had led to over US$42 billion worth of datacentre projects being changed, delayed or cancelled in Europe, and US$77 billion worth in the USA.

In the USA, civil society groups have forged alliances with sub-national administrations to develop stronger local environmental and accountability standards. While established politicians aren’t listening, there are signs that US local politics are shifting. Some candidates opposed to datacentres have won, and several local administrations have introduced bans or moratoriums.

Campaign successes are bringing new threats. US industry lobbyists have smeared activists as agents of foreign influence determined to sabotage the country’s technological supremacy. US government documents show a growing focus on what they call ‘anti-technological extremism’, suggesting that security forces may be gathering intelligence on campaigners, and peaceful protesters could be targeted for surveillance on national security grounds.

Tech companies that are driving datacentre development often present themselves as free speech champions. They should prove it by ensuring that wherever they develop, people are able to protest, and hold them to environmental standards. There’s widespread public opposition and no shortage of people bearing the climate and environmental costs of the datacentre boom. Their voices must be heard.

Andrew Firmin is CIVICUS Editor-in-Chief, co-director and writer for CIVICUS Lens and co-author of the State of Civil Society Report.

For interviews or more information, please contact research@civicus.org

 


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Categories: Africa, Afrique

Palestine Must Not Disappear

Africa - INTER PRESS SERVICE - Mon, 07/20/2026 - 11:21

Elders meet with Danny Seidemann, founder of Terrestrial Jerusalem, to discuss the E1 settlement plan and Jerusalem’s holy sites. Credit: Maya Levin / the Elders

By the Elders
LONDON, Jul 20 2026 (IPS)

We have just concluded a visit to the West Bank, Israel, Jordan and Lebanon. From all that we have witnessed and heard, our inescapable conclusion is that the government of Prime Minister Netanyahu, and in particular Ministers Smotrich and Ben-Gvir, aim to make Palestine disappear physically, economically, culturally and politically. Yet other governments either are choosing not to see this or lack the will to take meaningful concerted action.

While the population in Gaza is forcibly pushed into an ever-smaller pocket of land amid destruction and deplorable humanitarian conditions, annexation of the West Bank and East Jerusalem is occurring in plain sight. The Government of Israel’s systematic attacks on UNRWA are intended to de-legitimise the rights of Palestinian refugees. Hate speech and incitement to violence by ministers are dehumanising Palestinians and creating a dangerous enabling environment for ethnic cleansing to take root.

We have spoken to mothers, fathers and children who are living under occupation and whose lives and dignity are oppressed in every sense. This is a collective denial of humanity.

We refuse to abandon the vision of the Israeli and Palestinian peoples living alongside each other in mutual peace and security.

Self-determination is the right of Palestinians, but the current Government of Israel aims to deprive them of it permanently. Ultimately, occupation, annexation, and forced displacement leading to ethnic cleansing will also destroy the long-term prospects for Israel’s own peace and security.

We recognise that Israel has long-standing and legitimate security concerns. These have been heightened since the Hamas terror attacks of 7 October 2023 which we have unequivocally condemned.

Those concerns cannot be addressed through occupation and aggression, but only through inclusive political solutions and a genuine path to Palestinian self-determination. Many Israeli security experts share this view.

We are alarmed by the growing settler violence and the severe pressure on services provided by the Palestinian Authority – caused mainly by the Government of Israel’s unjustified withholding of Palestinian tax revenues. These are inflicting ever greater hardship on Palestinians.

Only two states living side by side in peace, with clearly negotiated borders and mutual recognition, can give security to Israelis and Palestinians alike. Peace depends on two-state security.

This will be possible only by stopping Israel’s actions and the impunity that facilitates them from the horrors of the genocide which has unfolded in Gaza and the ongoing annexation of the West Bank to the illegal US-Israeli war on Iran. The same applies to the IDF’s continuing military incursions into, and occupation of parts of Southern Lebanon: innocent civilians are being killed and hundreds of thousands of Lebanese have been uprooted from their land.

International handwringing and regret will be of no value to Palestinian men, women, and children if the E1 settlement proceeds to cut through the West Bank and seals off East Jerusalem, or when the sustained deprivation and shrinking of Gaza – already one of the most densely populated areas of the world – renders normal life impossible.

We applaud the Palestinian and Israeli human rights organisations which are shining a light on state-sanctioned abuses against Palestinian detainees. We welcome the growing criticism of settler terror attacks – often with the complicity of the IDF – against Palestinian civilians in the West Bank.

When Israeli society at large recognises both the fundamental injustice of Israel’s nearly 60-year-long occupation of Palestinian territory and the Palestinians’ right to dignity and self-determination there can be a just and lasting peace.

The same message applies to Israel’s traditional partners and allies, particularly the European Union. We support the efforts of those EU Member States which are already proposing robust actions on trade and sanctions against Israel, including suspension of the trade pillar of the EU-Israel Association Agreement. Most immediately, the EU must ban all trade with the West Bank settlements which it has long agreed are illegal. The EU has a responsibility to uphold international law; without taking decisive action it is complicit in these injustices.

The UN Security Council must act to ensure that the path forward is firmly grounded in international law.

Palestine must not disappear. Leaders must accept responsibility and act now.

Mary Robinson, former President of Ireland and former UN High Commissioner for Human Rights

Graça Machel, Founder of the Graça Machel Trust, Co-founder and Deputy Chair of The Elders 

Helen Clark, former Prime Minister of New Zealand and former head of the UN Development Programme

Hina Jilani, Advocate of the Supreme Court of Pakistan and co-chair of the Taskforce on Justice

IPS UN Bureau

 


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Excerpt:

A statement by Mary Robinson, Graça Machel, Helen Clark and Hina Jilani following their visit to the Middle East, 11-16 July 2026.
Categories: Africa, Afrique

Die KI wird nicht von allein gut

Noch nie gab es eine Technologie, die so schnell gesellschaftliche Machtverhältnisse verändern kann wie KI. Jetzt ist der Moment, um sie demokratisch zu gestalten. , Künstliche Intelligenz ist die größte Chance unserer Zeit – und zugleich eine der größten Bedrohungen. Öffentliche Debatten darüber sind jedoch häufig unausgewogen und zwingen uns, zwischen diesen beiden Perspektiven zu wählen. Dabei kann KI zu einem besseren, gesünderen und erfüllteren Leben ...

Andy qui ? Pourquoi le nouveau Premier ministre britannique reste une énigme

BBC Afrique - Mon, 07/20/2026 - 10:10
Andy Burnham va-t-il bouleverser la politique étrangère ou intérieure britannique ? Rarement, ces dernières années, quelqu'un est-il devenu Premier ministre en faisant l'objet d'aussi peu d'attention.

Eigeneinnahmen statt Entwicklungszusammenarbeit? Niedrig- und Mitteleinkommensländer vor der Herausforderung, zusätzliche Einnahmen zu generieren

Verstärkt durch Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), leiden viele Niedrig- und Mitteleinkommensländer aktuell unter großer Finanznot. Höhere Eigeneinnahmen sind vor diesem Hintergrund für die meisten Länder ein erstrebenswertes Ziel. Auch im internationalen entwicklungspolitischen Diskurs nimmt die Stärkung von Eigeneinnahmen mehr Raum ein – und zwar über das gesamte politische Spektrum hinweg. Für die einen soll sie die Entscheidungsspielräume der jeweiligen Regierungen erweitern und die Entwicklungsorientierung öffentlichen Handelns stärken, für die anderen die Industrieländer des sog. globalen Nordens von Transferleistungen entlasten und die "Sucht“ der Empfängerländer nach EZ-Zahlungen beenden. Aber welche Möglichkeiten stehen Niedrig- und Mitteleinkommensländern überhaupt offen, mehr Eigeneinnahmen zu erzielen? Der vorliegende Policy Brief zeigt, dass besonders die Besteuerung von Privateinkommen und Grundbesitz Chancen auf Mehreinnahmen eröffnen könnte. Ein bedeutendes Feld ist zudem die Rationalisierung von Steuervergünstigungen, die häufig substanzielle Mindereinnahmen verursachen, ohne dass ein entsprechender Nutzen erkennbar wäre. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, den systemischen – und eminent politischen – Charakter von Steuerreformen zu erkennen. Jenseits der technischen und administrativen Machbarkeit muss immer auch die politische Umsetzbarkeit von Reformen berücksichtigt werden. Darum sind kurzfristige Steuererhöhungen – etwa durch höhere Verbrauchssteuern oder Zölle – für sich genommen oft wenig nachhaltig. Vielmehr geht es darum, den sog. „Fiskalvertrag“ zwischen Steuerzahler*innen und Staat auf eine breitere und stabilere Grundlage zu stellen, bei der auch bessere öffentliche Leistungen eine Rolle spielen. Es ist daher nicht ohne weiteres möglich, eine Einnahmenart – EZ – durch die andere – Steuern – zu ersetzen. Das wird von den Befürwortern von EZ-Kürzungen gerne unterschlagen. Bei der Umstellung muss EZ weiterhin und trotz insgesamt sinkender Mittel Beiträge leisten. Internationale Akteure, darunter auch die Bundesregierung und die EU, können Partnerregierungen in vielerlei Hinsicht unterstützen. Sie tun das schon heute, etwa durch die Förderung der Addis Tax Initiative (ATI). Deutschland und die EU sollten darüber hinaus entschlossen dazu beitragen, multilaterale Ansätze der Zusammenarbeit zu stärken. Dies gilt vor allem für die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN) für die internationale Zusammenarbeit in Steuerfragen, die derzeit ausgehandelt wird.

Eigeneinnahmen statt Entwicklungszusammenarbeit? Niedrig- und Mitteleinkommensländer vor der Herausforderung, zusätzliche Einnahmen zu generieren

Verstärkt durch Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), leiden viele Niedrig- und Mitteleinkommensländer aktuell unter großer Finanznot. Höhere Eigeneinnahmen sind vor diesem Hintergrund für die meisten Länder ein erstrebenswertes Ziel. Auch im internationalen entwicklungspolitischen Diskurs nimmt die Stärkung von Eigeneinnahmen mehr Raum ein – und zwar über das gesamte politische Spektrum hinweg. Für die einen soll sie die Entscheidungsspielräume der jeweiligen Regierungen erweitern und die Entwicklungsorientierung öffentlichen Handelns stärken, für die anderen die Industrieländer des sog. globalen Nordens von Transferleistungen entlasten und die "Sucht“ der Empfängerländer nach EZ-Zahlungen beenden. Aber welche Möglichkeiten stehen Niedrig- und Mitteleinkommensländern überhaupt offen, mehr Eigeneinnahmen zu erzielen? Der vorliegende Policy Brief zeigt, dass besonders die Besteuerung von Privateinkommen und Grundbesitz Chancen auf Mehreinnahmen eröffnen könnte. Ein bedeutendes Feld ist zudem die Rationalisierung von Steuervergünstigungen, die häufig substanzielle Mindereinnahmen verursachen, ohne dass ein entsprechender Nutzen erkennbar wäre. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, den systemischen – und eminent politischen – Charakter von Steuerreformen zu erkennen. Jenseits der technischen und administrativen Machbarkeit muss immer auch die politische Umsetzbarkeit von Reformen berücksichtigt werden. Darum sind kurzfristige Steuererhöhungen – etwa durch höhere Verbrauchssteuern oder Zölle – für sich genommen oft wenig nachhaltig. Vielmehr geht es darum, den sog. „Fiskalvertrag“ zwischen Steuerzahler*innen und Staat auf eine breitere und stabilere Grundlage zu stellen, bei der auch bessere öffentliche Leistungen eine Rolle spielen. Es ist daher nicht ohne weiteres möglich, eine Einnahmenart – EZ – durch die andere – Steuern – zu ersetzen. Das wird von den Befürwortern von EZ-Kürzungen gerne unterschlagen. Bei der Umstellung muss EZ weiterhin und trotz insgesamt sinkender Mittel Beiträge leisten. Internationale Akteure, darunter auch die Bundesregierung und die EU, können Partnerregierungen in vielerlei Hinsicht unterstützen. Sie tun das schon heute, etwa durch die Förderung der Addis Tax Initiative (ATI). Deutschland und die EU sollten darüber hinaus entschlossen dazu beitragen, multilaterale Ansätze der Zusammenarbeit zu stärken. Dies gilt vor allem für die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN) für die internationale Zusammenarbeit in Steuerfragen, die derzeit ausgehandelt wird.

Eigeneinnahmen statt Entwicklungszusammenarbeit? Niedrig- und Mitteleinkommensländer vor der Herausforderung, zusätzliche Einnahmen zu generieren

Verstärkt durch Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), leiden viele Niedrig- und Mitteleinkommensländer aktuell unter großer Finanznot. Höhere Eigeneinnahmen sind vor diesem Hintergrund für die meisten Länder ein erstrebenswertes Ziel. Auch im internationalen entwicklungspolitischen Diskurs nimmt die Stärkung von Eigeneinnahmen mehr Raum ein – und zwar über das gesamte politische Spektrum hinweg. Für die einen soll sie die Entscheidungsspielräume der jeweiligen Regierungen erweitern und die Entwicklungsorientierung öffentlichen Handelns stärken, für die anderen die Industrieländer des sog. globalen Nordens von Transferleistungen entlasten und die "Sucht“ der Empfängerländer nach EZ-Zahlungen beenden. Aber welche Möglichkeiten stehen Niedrig- und Mitteleinkommensländern überhaupt offen, mehr Eigeneinnahmen zu erzielen? Der vorliegende Policy Brief zeigt, dass besonders die Besteuerung von Privateinkommen und Grundbesitz Chancen auf Mehreinnahmen eröffnen könnte. Ein bedeutendes Feld ist zudem die Rationalisierung von Steuervergünstigungen, die häufig substanzielle Mindereinnahmen verursachen, ohne dass ein entsprechender Nutzen erkennbar wäre. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, den systemischen – und eminent politischen – Charakter von Steuerreformen zu erkennen. Jenseits der technischen und administrativen Machbarkeit muss immer auch die politische Umsetzbarkeit von Reformen berücksichtigt werden. Darum sind kurzfristige Steuererhöhungen – etwa durch höhere Verbrauchssteuern oder Zölle – für sich genommen oft wenig nachhaltig. Vielmehr geht es darum, den sog. „Fiskalvertrag“ zwischen Steuerzahler*innen und Staat auf eine breitere und stabilere Grundlage zu stellen, bei der auch bessere öffentliche Leistungen eine Rolle spielen. Es ist daher nicht ohne weiteres möglich, eine Einnahmenart – EZ – durch die andere – Steuern – zu ersetzen. Das wird von den Befürwortern von EZ-Kürzungen gerne unterschlagen. Bei der Umstellung muss EZ weiterhin und trotz insgesamt sinkender Mittel Beiträge leisten. Internationale Akteure, darunter auch die Bundesregierung und die EU, können Partnerregierungen in vielerlei Hinsicht unterstützen. Sie tun das schon heute, etwa durch die Förderung der Addis Tax Initiative (ATI). Deutschland und die EU sollten darüber hinaus entschlossen dazu beitragen, multilaterale Ansätze der Zusammenarbeit zu stärken. Dies gilt vor allem für die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN) für die internationale Zusammenarbeit in Steuerfragen, die derzeit ausgehandelt wird.

Joseph Djogbénou ou le style comme méthode politique

24 Heures au Bénin - Mon, 07/20/2026 - 08:12

La politique contemporaine est prisonnière d'une illusion : celle de croire que l'image suffit à fonder le leadership. Jamais les responsables publics n'ont autant communiqué, jamais ils n'ont autant investi dans leur visibilité. Pourtant, jamais non plus la confiance des citoyens n'a semblé aussi fragile. C'est sans doute parce que l'image, aussi puissante soit-elle, demeure une réalité éphémère. Elle séduit, mais elle ne dure pas.
J'écrivais déjà, dans Marketing politique et manipulation en période électorale (2011), que l'image politique est un construit, toujours tributaire des perceptions et des circonstances. Quinze années plus tard, cette conviction n'a fait que se renforcer. L'image accompagne l'action ; elle ne la remplace pas. Ce qui résiste au temps n'est pas l'image, mais le style.
Le style politique n'est ni une posture ni une esthétique. Il est une méthode. Il est cette cohérence qui relie une pensée, une manière de décider et une façon d'agir. Il suppose de comprendre avant d'entreprendre, d'organiser avant de transformer, de durer plutôt que de simplement apparaître. C'est cette grille de lecture qui permet de saisir la profondeur du parcours actuel de Joseph Fifamin Djogbénou.
La singularité de son itinéraire ne réside pas uniquement dans les responsabilités qu'il exerce. Elle tient davantage à la manière dont des univers souvent séparés se rencontrent chez lui : l'université, le droit, la vie institutionnelle et l'organisation politique. Cette convergence donne à son action une cohérence particulière.
Professeur titulaire de droit, il continue d'enseigner et d'encadrer des travaux de recherche malgré l'intensité de ses responsabilités publiques. Ce choix est loin d'être anodin. Il traduit une conviction : la décision politique gagne en qualité lorsqu'elle demeure en dialogue permanent avec la connaissance. Aristote appelait phronesis cette intelligence pratique qui permet d'agir avec justesse dans des situations complexes. La politique n'est pas seulement affaire de volonté ; elle est d'abord affaire de discernement.
Cette culture de la réflexion irrigue pleinement sa pratique institutionnelle. À la présidence de l'Assemblée nationale, son action traduit une volonté claire de replacer la règle au cœur du fonctionnement parlementaire. La ponctualité est devenue une exigence. L'assiduité aux travaux des commissions, aux séances plénières et aux séminaires de formation est encouragée. L'institution réhabilite ainsi une idée simple : la qualité de la loi dépend aussi de la discipline de ceux qui la fabriquent.
Dès lors, la gouvernance de l'institution parlementaire change de paradigme. Loin des artifices de la communication d'affichage, le style de Joseph Djogbénou s'impose par sa rationalité et sa rigueur méthodique. Djogbénou ne se contente pas de présider ; il se positionne en véritable locomotive institutionnelle. Par son rythme de travail et sa maîtrise des textes, il imprime une cadence inédite et un cap précis à la machine législative, entraînant l'ensemble vers un impératif de performance. Ce style, qui refuse l'urgence pour privilégier la structure, redéfinit profondément l'efficacité politique.
La même logique prévaut dans la gestion administrative. Là où les changements de gouvernance conduisent parfois à des remaniements systématiques, Joseph Djogbénou a privilégié la stabilité et la rationalité, en initiant un audit organisationnel afin d'adosser les réformes à venir sur des données rigoureuses avant d'engager toute réforme d'ampleur. C'est le choix d'une administration moderne, fondée sur l'évaluation, les compétences et la continuité de l'État plutôt que sur les seules appartenances politiques. Les résultats du travail parlementaire confortent d'ailleurs cette recherche d'efficacité, traduisant une maîtrise de l'agenda législatif et le succès des travaux lors de la première session ordinaire qui vient de s'achever.
Cette même méthode irrigue son engagement partisan. À la tête de l'Union Progressiste le Renouveau, Joseph Djogbénou ne conçoit pas le parti comme un simple instrument de conquête électorale. Il s'attache à en faire une institution de formation politique, de production d'idées et de responsabilité collective.
La structuration permanente des instances de base, l'animation du territoire, les rencontres avec les maires autour d'une vision commune du développement local ainsi que les échanges réguliers avec les ministres et ministres-conseillers participent d'une même logique : transformer une organisation politique en un espace durable d'apprentissage, de discipline et de transmission. Le parti cesse alors d'être une machine de circonstance pour devenir une école de gouvernement.
La cérémonie du 18 juillet 2026 s'inscrit pleinement dans cette logique institutionnelle. En distinguant présidents d'institutions, ministres, députés, préfets, secrétaires généraux de ministères et autres hauts responsables ayant servi l'État sous la présidence de Patrice Talon, Joseph Djogbénou ne s'est pas limité à un exercice protocolaire. Il a posé un acte de transmission.
Car reconnaître le service rendu à l'État, c'est inscrire l'action publique dans une continuité qui dépasse les alternances politiques. Une démocratie solide ne vit pas seulement de ses renouvellements ; elle se nourrit également de sa mémoire institutionnelle. L'expérience des serviteurs de l'État constitue une richesse collective qu'il convient de préserver et de transmettre.
Max Weber rappelait que l'homme politique accompli conjugue l'éthique de la conviction et l'éthique de la responsabilité. Thierry Saussez a montré, pour sa part, que le style réinvente la politique lorsqu'il s'affranchit de la seule communication pour devenir une véritable modalité d'exercice du pouvoir. Ces deux perspectives se rejoignent sur un point cardinal : la valeur de l'action politique réside tout entière dans la rigueur de la méthode qui la sous-tend.
C'est précisément cette idée que s'attache à installer Joseph Djogbénou. Qu'on partage ou non ses orientations, force est de constater qu'il impose une pratique où la rationalité précède la décision, où l'organisation accompagne l'action et où la transmission du savoir demeure indissociable de l'exercice du pouvoir.
Les démocraties africaines entrent progressivement dans une nouvelle étape de leur maturation. Les citoyens n'attendent plus seulement des résultats immédiats ; ils réclament des institutions crédibles, des organisations capables de durer et des dirigeants dont l'autorité repose autant sur la compétence que sur la méthode.
Dans cette perspective, le véritable héritage d'un homme d'État ne réside ni dans la somme des fonctions exercées ni dans l'accumulation des réformes entreprises. Il réside dans les principes d'action qu'il lègue aux générations suivantes.
L'image produit de la visibilité. La méthode construit de la crédibilité. La première peut susciter l'adhésion ; la seconde forge les institutions. Et l'histoire, presque toujours, retient moins ceux qui ont occupé le devant de la scène que ceux qui ont su donner une forme durable à l'action publique.

Romain Léandre Dossou KIKI
Auteur de Image politique en Afrique francophone et de Marketing politique et manipulation en période électorale (préface de Jérôme Carlos et postface de Jean-Paul Gourevitch).

Categories: Afrique

Un présumé vendeur de chanvre indien arrêté

24 Heures au Bénin - Mon, 07/20/2026 - 00:33

Un homme soupçonné de détenir et de commercialiser du chanvre indien a été interpellé à Tchaourou.

La Police a investi, samedi 18 juillet 2026, une habitation située derrière le CEG II de Tchaourou suite à des informations faisant état de trafic de stupéfiants.

La perquisition des lieux a permis la découverte d'une quantité de chanvre indien.

Selon la police, le suspect, un quadragénaire et propriétaire de la maison, a reconnu détenir et vendre cette substance lors de son audition.

Interpellé, le suspect a été placé en garde à vue.
M. M.

Categories: Afrique

Le Bénin mobilise 1.446 milliards de FCFA pour la période 2027-2036

24 Heures au Bénin - Mon, 07/20/2026 - 00:32

Le Groupe de la Banque mondiale accompagnera le Bénin à hauteur de 2,6 milliards de dollars (environ 1 446 milliards de FCFA) entre 2027 et 2036.

Le Bénin et le Groupe de la Banque mondiale ont officiellement lancé, vendredi 17 juillet 2026 à Cotonou, leur nouveau cadre de partenariat pour la période 2027-2036. Ce cadre été marqué par la signature de deux accords de financemen destinés au démarrage du projet hydroélectrique de Dogo-Bis et au renforcement de la nutrition des femmes enceintes ainsi que des jeunes enfants.

Le secteur privé au cœur de la stratégie

L'une des principales orientations du partenariat consiste à faire du secteur privé le principal moteur de la croissance. À travers les interventions de la Société financière internationale (IFC) et de l'Agence multilatérale de garantie des investissements (MIGA), les autorités et leurs partenaires entendent attirer davantage d'investissements privés pour soutenir l'industrialisation, favoriser l'entrepreneuriat et stimuler la création d'emplois durables.
Cette ambition s'accompagne toutefois d'un chantier de réformes destiné à lever plusieurs obstacles identifiés comme des freins au développement des entreprises.

L'accès au financement, l'adéquation entre les compétences disponibles et les besoins du marché de l'emploi, ainsi que les difficultés liées au foncier figurent parmi les priorités.

Une attention particulière sera accordée à l'entrepreneuriat féminin. Le programme prévoit notamment d'améliorer l'accès aux services financiers pour 53 000 femmes entrepreneures, dans un contexte où leur accès au crédit demeure encore limité.

Agriculture, énergie et inclusion

Pour le gouvernement béninois, les priorités retenues dans ce partenariat sont en cohérence avec les orientations nationales de développement. L'agriculture demeure au premier rang des secteurs visés, en raison de son poids dans l'économie et de son importance pour les populations les plus vulnérables.

Le numérique figure également parmi les domaines appelés à bénéficier d'investissements, avec pour objectif d'élargir l'accès à l'internet haut débit et d'améliorer la compétitivité de l'économie.

Dans le secteur énergétique, le barrage hydroélectrique de Dogo-Bis, dont la capacité projetée est de 128 mégawatts, représente l'un des projets structurants de la décennie. Il s'inscrit dans la stratégie nationale visant à diversifier les sources de production d'électricité, aux côtés du solaire et de l'éolien, afin d'améliorer l'accès des populations à l'énergie. Le Bénin ambitionne d'atteindre un taux d'accès à l'électricité de 70 % à l'horizon 2030, contre environ 43 % à la fin de 2024.

Le partenariat prévoit également des actions en faveur de la réforme foncière, du développement des infrastructures et du renforcement de la résilience des régions septentrionales confrontées à des défis sécuritaires.

Ce partenariat illustre le renforcement progressif de la coopération entre le Bénin et la Banque mondiale. Le portefeuille de l'institution dans le pays comprend aujourd'hui 28 opérations, représentant près de 4 milliards de dollars.
M. M.

Categories: Afrique

Une médaille de Bronze pour le Bénin, l'Or en ligne de mire

24 Heures au Bénin - Mon, 07/20/2026 - 00:27

Le Bénin a lancé sa campagne aux Championnats du monde de Scrabble francophone en s'offrant une médaille de bronze dans la Coupe Inter-Nations classique à Tunis.

Entrée en matière encourageante pour l'équipe béninoise aux 54e Championnats du monde de Scrabble francophone à Tunis.

Face à une concurrence relevée réunissant plus de 500 joueurs venus d'une vingtaine de pays, les représentants béninois ont dû batailler jusqu'au bout pour monter sur le podium.

Battus 3-0 par la France en demi-finale, François-Xavier Adjovi, Hervé Boni et Jérôme Tchiakpè ont trouvé les ressources mentales pour rebondir et dominer le Cameroun (3-0) lors du match pour la troisième place ce 19 juillet 2026.

« Après la demi-finale, le moral était bas. Mais nous nous sommes dit qu'il était hors de question de rentrer les mains vides. Nous avons tout donné pour offrir cette médaille au Bénin », a confié François-Xavier Adjovi au terme de la rencontre.

Pour les joueurs béninois, cette médaille de bronze a le goût d'une récompense, mais aussi celui d'un défi inachevé. L'objectif initial restait le titre. « Nous étions venus chercher l'or. Cette médaille nous motive encore davantage pour la suite », résume le champion béninois.

La compétition est loin d'être terminée. Dès ce lundi 20 juillet, place au Championnat du monde Élite classique, l'épreuve reine où plusieurs Béninois espèrent briller.

Déjà sacré champion du monde en 2023, François-Xavier Adjovi vise un deuxième sacre historique. « Mon ambition est de rejoindre le cercle très fermé des joueurs qui ont remporté deux titres mondiaux et devenir le premier Africain à réaliser cet exploit », affirme-t-il avec sérénité.


Les 54es Championnats du monde de Scrabble francophone se déroulent du 18 au 26 juillet 2026 à Tunis, en Tunisie. Plus de 500 joueurs issus d'une trentaine de fédérations nationales y participent, avec au programme les compétitions de Scrabble classique, duplicate, blitz, paires et les différentes coupes, dont la Coupe Inter-Nations.
M. M.

Categories: Afrique

14 personnes interpellées et des produits illicites saisis à Cococodji

24 Heures au Bénin - Mon, 07/20/2026 - 00:26

Une opération menée par la Police a permis l'interpellation de 14 personnes et la saisie de produits illicites dans un bar situé à Cococodji, le jeudi 16 juillet 2026.

L'intervention a eu lieu au bar « Vivi », situé à proximité du CEG Le Méridien. Selon la Police républicaine, ce lieu est fréquenté par des consommateurs de stupéfiants et de produits psychotropes.

Au cours de la fouille, les policiers ont saisi une dizaine de kilogrammes de chanvre indien, des comprimés psychotropes, des cristaux emballés, ainsi que quatre motocyclettes et plusieurs appareils électroménagers dont l'origine est jugée douteuse. Les 14 personnes interpellées seront présentées au procureur de la République.

Categories: Afrique

296 kg de produits pharmaceutiques de contrebande saisis à Péhunco

24 Heures au Bénin - Mon, 07/20/2026 - 00:22

La Police républicaine a saisi 296 kilogrammes de produits pharmaceutiques de contrebande au cours d'une opération menée les 17 et 18 juillet 2026 dans l'arrondissement de Péhunco.

La Police continue sa lutte contre les produits pharmaceutiques de contrebande. Les équipes du commissariat de l'arrondissement de Péhunco ont effectué des contrôles dans plusieurs kiosques soupçonnés de commercialiser des produits psychotropes. Des comprimés ainsi que des boissons conditionnées en sachets figurent parmi les produits saisis.

L'opération menée au marché Beket, dans la commune de Ouassa-Péhunco, a permis de saisir plus de 100 kilogrammes de médicaments de contrebande ainsi que des comprimés vétérinaires.
Les policiers ont ensuite investi un domicile locatif où 183 kilogrammes de produits pharmaceutiques de contrebande ont été saisis.

Au total, 296 kilogrammes de produits pharmaceutiques de contrebande ont été retirés du circuit de commercialisation. Les propriétaires des produits, qui ont pris la fuite avant l'arrivée des forces de sécurité, sont activement recherchés par la Police républicaine.

Categories: Afrique

La CEDEAO adhère au projet Gazoduc Africain Atlantique intié par SM le Roi Mohammed VI

24 Heures au Bénin - Mon, 07/20/2026 - 00:14

Le projet Gazoduc Africain Atlantique (AAGP) Nigeria-Maroc, initié grâce au leadership éclairé de Sa Majesté le Roi Mohammed VI vient de recevoir l'adhésion des Etats parties. Réunis en sommet à Freetown, en Sierra Leone, les chefs d'État et de gouvernement de la Communauté économique des États de l'Afrique de l'Ouest (CEDEAO) ont procédé, dimanche 19 juillet 2026, à la signature de l'Accord intergouvernemental (IGA) encadrant le développement de cette infrastructure énergétique stratégique pour cette région du continent.

Le projet de construction du Gazoduc Africain Atlantique franchit une nouvelle étape. Ce dimanche 19 juillet 2026, les chefs d'État et de gouvernement de la CEDEAO ont procédé à la signature de l'Accord intergouvernemental qui encadre ce projet énergétique stratégique.

Cet Accord consacre l'adhésion officielle de l'organisation sous régionale à ce projet d'envergure, lancé conjointement par Sa Majesté le Roi Mohammed VI du Maroc et l'ancien président nigérian Muhammadu Buhari, avec le soutien du président nigérian actuel, Bola Ahmed Tinubu.

Le projet est porté par l'Office national des hydrocarbures et des mines (ONHYM) du Maroc et la Nigerian National Petroleum Company Limited (NNPC Ltd.).
Long d'environ 6 800 kilomètres, le Gazoduc Africain Atlantique reliera le Nigeria au Maroc en longeant la façade atlantique de l'Afrique de l'Ouest. Il traversera treize pays avant d'être connecté au gazoduc Maghreb-Europe au nord du Maroc, ouvrant ainsi une voie d'exportation vers le marché européen.

La signature de l'Accord intergouvernemental ouvre la voie aux prochaines étapes du projet. Celles-ci comprennent notamment la création de la société de projet, dont le siège sera établi à Casablanca, ainsi que la mise en place de l'autorité de gouvernance du gazoduc (Pipeline Higher Authority), basée à Abuja.
Ces avancées précéderont la mobilisation des investisseurs et la préparation de la décision finale d'investissement.
Le processus sera complété par la signature du même accord par le Maroc et la Mauritanie, deux pays non membres de la CEDEAO, lors d'une cérémonie distincte qui se tiendra ultérieurement en présence du président de la République fédérale du Nigeria.

Doté d'une capacité de transport estimée à 30 milliards de mètres cubes de gaz naturel par an, le gazoduc devrait acheminer jusqu'à 15 milliards de mètres cubes vers le Maroc et l'Europe, tandis que le reste alimentera les marchés régionaux d'Afrique de l'Ouest.

Évalué à près de 25 milliards de dollars, le projet ambitionne de renforcer la sécurité énergétique du continent, de favoriser la production d'électricité, de soutenir l'industrialisation et de valoriser les ressources naturelles africaines. Les premiers tronçons devraient entrer en service au début de la prochaine décennie.

Pour les promoteurs, cette nouvelle étape traduit le passage d'une initiative bilatérale entre le Maroc et le Nigeria à un projet régional porté par l'ensemble des États de la CEDEAO. Cette appropriation collective renforce sa légitimité politique et institutionnelle et confirme son rôle dans les politiques d'intégration économique de l'Afrique de l'Ouest.

Prochaine étape décisive : un acte fondateur au Maroc

Selon les porteurs du projet, les principales études techniques, environnementales et d'ingénierie ont été achevées, permettant au projet d'entrer progressivement dans sa phase de développement opérationnel après la finalisation des accords nécessaires.
Au-delà de sa vocation énergétique, le Gazoduc Africain Atlantique est présenté comme un futur corridor de développement appelé à stimuler les échanges, renforcer l'intégration économique et améliorer la compétitivité des économies africaines.
Cette initiative de prospérité partagée pour toute l'Afrique de l'Ouest contribuera à la sécurité énergétique de la région, à l'industrialisation et à la création d'emplois.

Le Gazoduc Africain Atlantique, mégastructure de transport de gaz naturel, est l'un des projets phares initiés sous le leadership de Sa Majesté le Roi Mohammed VI pour contribuer à l'autosuffisance énergétique des pays de l'Afrique Atlantique. Il s'inscrit dans la vision atlantique portée par le Souverain, qui fait de l'Atlantique un espace de coopération et de développement reliant l'Afrique à l'Europe et aux Amériques.

L'Accord intergouvernemental de Freetown constitue une formalisation interne à la CEDEAO pour le Gazoduc Africain Atlantique. La prochaine étape décisive du procesus sera marqué par un acte fondateur au pays initateur du projet. Il s'agit de la signature solennelle au Maroc et la création de la société de gestion, sous l'égide de Sa Majesté le Roi Mohammed VI.

F. A. A.

Categories: Afrique

Deux centres de distribution des relevés de notes du Bac à Cotonou

24 Heures au Bénin - Sun, 07/19/2026 - 23:16

Les candidats à l'examen du Baccalauréat, session de juin 2026, pourront entrer en possession de leurs relevés de notes dès ce lundi 20 juillet 2026, dans les centres de composition du CEG Gbégamey et au Lycée Coulibaly.

Après la dernière délibération de l'examen du Bac, session de juin 2026, place à la distribution des relevés de notes. L'opération de distribution de relevés se fera les lundi 20 et mardi 21 juillet 2026 à partir de 8h, dans les centres du CEG Gbégamey, et au Lycée Coulibaly.

Les candidats des séries A1, A2, C et D, selon un communiqué de l'Office du Baccalauréat, vont se rendre au CEG Gbégamey pour retirer leurs relevés de notes. Ceux ayant composé dans les séries B, E, EA, F1, F2, F3, F4, G1, G2 et G3, sont attendus au Lycée Coulibaly.

F. A. A.

Categories: Afrique

Le trophée de la Coupe du monde : cinq choses à savoir sur l'objet le plus convoité du football

BBC Afrique - Sun, 07/19/2026 - 18:19
A l'issue de la finale entre l'Espagne et l'Argentine, une seule équipe aura le privilège de soulever le trophée de la Coupe du monde de la FIFA, le symbole ultime du football mondial. Créée en 1974 pour remplacer le trophée Jules Rimet, cette statuette en or est entourée de nombreuses règles, d'une histoire singulière et de plusieurs anecdotes méconnues.
Categories: Afrique, European Union

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